Sexuelle Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz

Fast jede vierte Frau (22%) hat bereits unerwünschtes sexualisiertes Verhalten am Arbeitsplatz, im Studium, in der Ausbildung erlebt - unabhängig von der beruflichen Position (Öffnet externen Link im aktuellen FensterBMFSFJ, Studie: Lebenssituation, Sicherheit  und Gesundheit von Frauen, 2004). In der überwiegenden Zahl der Fälle erleben Frauen sexuelle Belästigung durch Männer, aber auch Männer können von sexueller Belästigung und Diskriminierung betroffen sein. Die Frauenförderrichtlinien der Charité § 25 schützen die Beschäftigten vor sexualisierter Diskriminierung und Gewalt.

Gesetzliche Grundlagen
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: § 3 Abs. 4:

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist jedes vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt, dazu zählen:

unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen
sexuell bestimmte körperliche Berührungen
Bemerkungen sexuellen Inhalts
ferner unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von  pornografischen Darstellungen, die bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz hat nichts mit Kollegialität oder Freundschaft zu tun.

Sprache
Obszöne oder kompromittierende Aufforderungen
entwürdigende Witze
Sexistische Bemerkungen, anzügliches Reden über Personen, Körper, u. a.
Bemerkungen über die Intimsphäre
Erpressung (z. B. Beförderungsversprechen)

Mimik, Gestik, Verhalten
Anstarren, 'mit Blicken ausziehen'
Zeigen und Aufhängen von pornografischen, sexistischen Bildern
sexuell entwürdigende und Gestik und Gebärden
Nutzen von pornografischen Internetseiten (Ausnahme: wissenschaftliche Analyse)

Körperliche Handlungen
Scheinbar zufälliger körperlicher Kontakt, z. B. Berühren der Brust
Tätscheln, Küsse, die nicht gewollt sind
Aufforderungen zu sexuellen Handlungen
Sexuelle Nötigung (§ 177 Straftat)

Situation der Betroffenen
Sexuelle Belästigung und Diskriminierung ist unerwünscht und kein Flirt oder Spaß. Es ist eine persönliche Beeinträchtigung, die als beleidigend, erniedrigend und entwürdigend, ja sogar bedrohlich empfunden wird. Sexuelle Belästigung schafft ein einschüchterndes und entwürdigendes Arbeits- und Lernklima. Sie haben das Recht sich dagegen zu wehren!! Antidiskriminierungsstelle

Auswirkungen auf Betrofffene
Selbstzweifel, Unsicherheit. Das Geschehene kann nicht eingeordnet werden und häufig wird die eigene Wahrnehmung in Frage gestellt.
Wut, Scham und Ohnmacht, weil Grenzen nicht respektiert werden und Betroffene sich nicht wehren können. Im Abhängigkeitsverhältnis befürchten Betroffene berufliche Nachteile. Die Betroffenen suchen häufig die Schuld bei sich selbst.

Konsequenzen
Einschränkung der Lern- und Arbeitsmotivation
Innere Kündigung
Angst, Depression, psychosomatische Beschwerden  

Beratungsangebote
Beschäftigte der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, die sich sexuell belästigt fühlen, haben zunächst die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Eine Beratung bieten folgende Stellen an:

Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte
Personalrat, Schwerbehindertenvertretung, JAV
Gewaltschutz, Tel. 450-570580

Für Studierende gibt es zusätzliche Angebote
MediCoach, Psychotherapeutische Beratungsstelle, Studienvertretung   

Was tun bei sexueller Belästigung
am Arbeitsplatz?
Öffnet externen Link im aktuellen FensterFlyer Grenzen setzen.