Arbeitstechnische Aspekte

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Eine Umfrage anlässlich des Themenjahrs 2015 - „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht“ der ADS mit dem Schwerpunkt „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ ergab:

• In Deutschland ist jede/r Zweite schon in seinem/ihren Arbeitsumfeld sexuell belästigt worden

• 80% der Befragten wussten nicht, dass ihr Arbeitgeber gesetztlich verpflichet ist, sie vor sexueller Belästigung zu schützen

• 70% hatten keine Ahnung, an wem sie sich innerhalb ihres Betriebs wenden könnten, sollten sie von sexueller Belästigung betroffen sein (Zur Umfrage)

 

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Ursächlich vermuten Experten hinter dieser Form der Grenzüberschreitung in den seltesten Fällen tatsächlich sexuelles Interesse. Eher erscheint es als eine Art Machtspiel, die innerbetrieblichen Machtverhältnisse zu sichern oder sich über die eigene Position Vorteile auf Kosten anderer herauszunehmen. So zeigte eine Umfrage des BMFSFJ von 2004 in den meisten Fällen ein großes Machtgefälle zwischen Tätern und Opfern. 

Gesundheitlich kann sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz besonders belastend für die Betroffenen sein, da die finanzielle Abhängigkeit ein schnelles Vermeiden der unangehmen Situation unmöglich macht. Eben dieses finanzielle Abhängigkeitsverhältnis und die Angst, durch eine Beschwerde die eigene Karriere oder gar den Job zu gefährden, macht es vielen Betroffenen schwer, sich zu wehren. Allerdings wissen erschreckend wenige ArbeitnehmerInnen über ihre eigenen Rechte Bescheid - das auch zum Nachteil des Betriebs, denn nicht nur die direkt Betroffenen leiden unter sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Die Zusammenarbeit im Team wird gestört, Vertrauen, Kooperation und Kreativität sinken und der Arbeitgeber muss krankheitsbedingte Abwesenheit und Personalabgänge der Betroffenen verzeichnen.

Was tun dagegen?

Intervention: 

Im konkreten Belästigungsfall ist der Arbeitgeber verpflichtet, zu helfen, das heißt geeignete Maßnahmen (je nach Schwere des Vorfalls Abmahnung, Versetzung, Kündigung) zu veranlassen, um die Belästigung zu stoppen und in Zukunft zu verhindern (AGG §12,13). 

Prävention: 

• Sexuelle Belästigung thematisieren - Sensibilisierung und Aufklärung bei Personalversammlungen, über Informationsschreiben, Umfragen/ Bestandsaufnahmen)

•  Die Mitarbeitenden über ihre Rechte informieren – das AGG bekannt machen

• Innerbetriebliche AnsprechpartnerInnen benennen

• Beschwerdeverfahren klar regeln

• Regelmäßige Schulungen durchführen

• Betriebs-/Dienstvereinbarungen zum Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schließen

•  Unterstützerorganisationen bekannt machen - Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Opferschutzorganisationen, Frauennotrufe