Begriffsbestimmung

Sexuelle Belästigung – das der Griff unter die Bluse, der unerwünschte Kuss oder gar die versuchte Vergewaltigung. Allerdings fallen darunter auch subtilere Formen wie anzügliche Blicke, beiläufige, scheinbar scherzhaft gemeinte Kommentare mit sexueller Anspielung, ungewollte körperliche Nähe oder als das als versehendliche Berührung getarnte Anfassen intimer Körperteile.

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Definition

Klar definiert ist sexuelle Belästigung durch das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" als ein unerwünschtes, sexuelles Verhalten, das zur Folge hat, dass sich die betreffende Person in ihre Würde verletzt fühlt.  Link

Konkret äußern kann sich dies beispielsweise in Form von 

-        Sprache, z.B. durch sexistische Kommentare, Sprüche, Witze oder aufdringliche Fragen zum Privatleben

-        Unerwünschtem Körperkontakt, wie z.B. dem Anfassen von intimen   Körperteilen, eventuell „getarnt“ als versehentliche Berührung

-        Körpersprache wie z.B. sexistische Gesten oder aufdringliche Blicke

-        Zeigen von pornographischem Material oder Exhibitionismus 

-        Sexueller Nötigung bis hin zu Vergewaltigung

 

In der Theorie lässt sich das klar in Worte fassen. In der Realität ist es mitunter nicht so leicht für die Betroffenen, in der konkreten Situation zu erkennen, dass das Verhalten anderer für sie selbst nicht in Ordnung ist. Das macht es schwierig, vor allem auf scheinbar harmlose Vorfälle, die " wahrscheinlich gar nicht so gemeint waren", adäquat zu reagieren. 

Die einen müssen also lernen, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und kundzutun, die anderen diese ebenso als Grenzen zu erkennen und zu wahren. Denn entscheidend ist nicht die Absicht hinter dem Verhalten, sondern wie dies bei der betroffenen Person ankommt, welche Gefühle es auslöst.

Darf man jetzt also nicht mal mehr Witze machen?! Natürlich darf man. Außer jemand fühlt sich davon wirklich verletzt, da hört der Spaß auf.     

 


Sexismus = Sexuelle Belästigung? 

Nein. Sexismus ist ein umfassender Begriff, der hinsichtlich Diskriminierung aufgrund des Geschlechts auch generelle Überzeugungen und Einstellungen einschließt. Sexuelle Belästigung hingegen bezieht sich immer auf ein konkretes Verhalten, welches nach Definition des AGG dazu führt, dass sich eine Person unwohl fühlt, weil sie in ihrer Würde verletzt wurde.